Seit dem 28. Mai 2005 gilt in Deutschland ein einheitliches Einwegpfand von 25 Cent auf Getränkeverpackungen zwischen 0,1 und 3 Litern, organisiert über die Deutsche Pfandsystem GmbH. Zwei Jahrzehnte später ist daraus das größte Pfandsystem der EU geworden - und eines der wenigen umweltpolitischen Instrumente, über das kaum noch jemand diskutiert, weil es schlicht funktioniert.

Rücklaufquoten, von denen andere Länder träumen

Je nach Quelle liegt die Rücklaufquote bepfandeter Getränkeverpackungen zwischen 96 und 99 Prozent. Rund 20 Milliarden Verpackungen laufen jährlich durch den Kreislauf, eingesammelt über etwa 45.000 Rücknahmeautomaten im ganzen Land. Der Grund für diese Werte ist wenig romantisch: 25 Cent sind genug Geld, dass eine weggeworfene Flasche sich wie ein kleiner Verlust anfühlt - und niedrig genug, dass niemand den Einkauf deshalb anders plant.

Der Pfandschlupf

Nicht jede bepfandete Flasche kommt zurück, und was liegen bleibt, hat einen eigenen Namen: Pfandschlupf. Die nicht eingelösten Pfandbeträge verbleiben beim Handel und summieren sich nach Schätzungen auf dreistellige Millionenbeträge pro Jahr. Bei einer Rücklaufquote von über 96 Prozent klingt der Rest nach einer Rundungsdifferenz - bei 20 Milliarden Verpackungen sind ein paar Prozent aber sehr viel Geld. Es ist die bekannteste offene Frage eines Systems, das ansonsten als Vorbild gilt.

Quellen

Alles zum Einwegpfand und Dosenpfand - Verbraucherzentrale
20 Jahre Einwegpfand: Deutschlands Weg zum größten Pfandsystem der EU