Fast alle Nachbarländer haben eine Pfandpflicht auf Getränkeflaschen. Die Schweiz hat bewusst einen anderen Weg gewählt und sammelt PET-Getränkeflaschen ohne jedes gesetzliche Pfand ein - mit einer Verwertungsquote, die seit Jahren deutlich über 80 Prozent liegt und die gesetzliche Mindestmarke von 75 Prozent klar übertrifft.
Bezahlt wird trotzdem - nur vorher
Finanziert wird die Sammlung über den vorgezogenen Recyclingbeitrag, den PET-Recycling Schweiz seit 1991 erhebt. Er steckt bereits im Verkaufspreis der Flasche und deckt Aufbau und Unterhalt der Sammellogistik sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Der Unterschied zum Pfand ist nicht, ob man zahlt, sondern wann und ob man das Geld zurückbekommt: Beim Pfand ist die Rückgabe eine Auszahlung, in der Schweiz ist sie eine Gewohnheit ohne Gegenleistung.
Warum es ohne Anreiz funktioniert
Der Ersatz für den finanziellen Anreiz ist die schiere Dichte des Sammelnetzes: PET-Behälter stehen in Supermärkten, an Bahnhöfen, in Schulen und Betrieben, sodass die Rückgabe fast nie einen Umweg bedeutet. Die Branche verteidigt diese freiwillige, marktwirtschaftliche Lösung ausdrücklich gegen eine staatliche Regelung - was nachvollziehbar ist, solange die Zahlen stimmen. Genau daran hängt sie allerdings auch.
Quellen
PET-Getränkeflaschen - Bundesamt für Umwelt BAFU
PET Rechtsgrundlage - Swiss Recycle
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